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Fragen & Antworten

Im Lehrplan wird der bildungspolitisch legitimierte Auftrag der Gesellschaft an die Volksschule erteilt.
Der Liechtensteiner Lehrplan legt die Ziele für den Unterricht aller Stufen der Volksschule fest und ist ein Planungsinstrument für Lehrpersonen, Schulen und Bildungsbehörden. Er orientiert Eltern, Schülerinnen und Schüler, die Abnehmer der Sekundarstufe II, die Pädagogischen Hochschulen und die Lehrmittelschaffenden über die in der Volksschule zu erreichenden Kompetenzen.

Mit einem gemeinsamen Lehrplan werden die Ziele der Volksschule in der Deutschschweiz harmonisiert. Damit werden die bildungspolitischen Vorgaben der Bundesverfassung umgesetzt (BV Art. 62 Abs. 4).
Ein gemeinsamer Lehrplan ist die Grundlage für die Koordination der Lehrmittel und erleichtert die gemeinsame Entwicklung von Lehrmitteln für die deutschsprachige Schweiz.
Ein gemeinsamer Lehrplan ist ein weiterer Schritt zur inhaltlichen Harmonisierung der Aus- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer.
Ein gemeinsamer Lehrplan erleichtert die Mobilität von Familien mit schulpflichtigen Kindern sowie von Lehrpersonen.
Ein gemeinsamer Lehrplan dient als Grundlage zur Entwicklung von Instrumenten zur förderdiagnostischen Leistungsmessung, die in der ganzen Deutschschweiz eingesetzt werden können.
Die nachobligatorische Ausbildung, die Berufsausbildung, die Fachmittelschulen und gymnasiale Maturitätsschulen sind auf Bundesebene geregelt. Die Jugendlichen müssen also im nachobligatorischen Bereich in der ganzen Schweiz denselben Anforderungen genügen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Ziele und Inhalte der Volksschule einheitlicher zu gestalten.
Der gemeinsame Lehrplan machte es möglich, die in vielen Kantonen nötigen Lehrplanarbeiten gemeinsam, breit abgestützt und kostengünstig anzugehen.

Im neuen Liechtensteiner Lehrplan ist der Bildungsauftrag an die Schulen kompetenzorientiert beschrieben. Es wird darin beschrieben, was alle Schülerinnen und Schüler wissen und können. Der neue Lehrplan zeigt, wie die einzelnen Kompetenzen über die ganze Volksschulzeit aufgebaut werden. Er legt Grundansprüche fest und formuliert weiterführende Kompetenzstufen.
Mit dem Fachbereich Wirtschaft, Arbeit, Haushalt wird ein neuer Schwerpunkt gesetzt. Der Bereich Medien und Informatik erhält mehr Gewicht.

Ja, der neue Lehrplan enthält vieles, was sich bereits im heute gültigen Lehrplan findet.

Der neue Lehrplan ist leistungsorientiert. Er legt verbindlich fest, was die Schülerinnen und Schüler am Ende jedes Zyklus wissen und können. Unsere Kinder und Jugendlichen werden gefördert und gefordert.

Auch mit dem neuen Lehrplan werden einzelne Schülerinnen und Schüler trotz gutem Unterricht die Grundansprüche in einem oder mehreren Fachbereichen nicht erreichen. Wie bereits heute bedarf es dann einer Beurteilung des Lernstands der einzelnen Schülerin oder des einzelnen Schülers und die Beobachtung von Fortschritten und Problemen in ihrem individuellen Lernprozess, so dass erfolgversprechende Fördermassnahmen eingeleitet werden können. Hierfür sind spezielle Regelungen massgebend. Genügen diese Massnahmen nicht, können die Lernziele der Schülerinnen und Schüler im Einzelfall angepasst werden.

Der neue Lehrplan stellt transparent, verständlich und nachvollziehbar dar, was die Schülerinnen und Schüler wissen und können. Mit der Kompetenzorientierung im neuen Lehrplan wird signalisiert, dass der Lehrplan nicht bereits erfüllt ist, wenn der im Lehrplan aufgelistete Stoff im Unterricht behandelt wurde, sondern erst dann, wenn die Kinder und Jugendlichen über das nötige Wissen verfügen und dieses auch anwenden können.

Kompetenz ist die Verbindung von Wissen und Können. Schülerinnen und Schüler können nur dann kompetent handeln, wenn sie über das notwendige Wissen verfügen. Insofern bedeutet die dem neuen Lehrplan zugrunde liegende Idee der Kompetenzorientierung keine Abkehr von einer fachlichen Wissens- und Kulturbildung.

Nein. Der neue Lehrplan enthält viele Inhalte, die verbindlich zu unterrichten sind.

Die mit der Kompetenzorientierung verbundenen Veränderungen sind weder einschneidend noch bahnbrechend. Sie schliessen an Entwicklungen an, die an Schulen bereits heute stattfinden und die in der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen und in neueren Lehrmitteln seit Längerem vermittelt werden. Viele Lehrmittel können weiterhin verwendet werden. Es ist kein Paradigmenwechsel.

Mit dem neuen Lehrplan sollen Lehrpersonen einen fachlich gehaltvollen und methodisch vielfältigen Unterricht gestalten. Sie führen die Klasse und unterstützen die Schülerinnen und Schüler in ihrem Lernprozess.
Als Voraussetzung bringen Lehrpersonen neben einem vertieften Sachverständnis der zu erwerbenden Lerninhalte didaktische Kompetenzen sowie diagnostisches Wissen mit. Sie verfügen über die Bereitschaft zur Zusammenarbeit in der Schule und übernehmen über den Klassenunterricht hinausreichende Aufgaben in der pädagogischen Gestaltung des Schullebens.

Nein, der neue Lehrplan tangiert die Methodenfreiheit der Lehrpersonen nicht. Auch mit dem neuen Lehrplan überlegen und entscheiden die Lehrpersonen, wie und mit welchen Unterrichtsmethoden sie ihre Schülerinnen und Schüler zum Kompetenzerwerb führen.

Vielfältig eingesetzte Unterrichtsmethoden sowie gehaltvolle Aufgaben sind die Grundlage für die Umsetzung eines guten Unterrichts. Unterrichtsmethoden und Organisationsformen ermöglichen der Lehrperson auf die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler und die Zusammensetzung der Klasse bzw. der Lerngruppe einzugehen.

Üben, Festigen und Automatisieren sind von zentraler Bedeutung, weil Schülerinnen und
Schüler grundlegende Einsichten und Zusammenhänge geläufig verfügbar haben müssen.
So sind Schülerinnen und Schüler, die das kleine Einmaleins auswendig kennen, in der Lage, sich das grosse Einmaleins zu erschliessen oder Produkte mit grossen Zahlen abzuschätzen. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass dem Üben und Automatisieren ein Begreifen und Verstehen der Zusammenhänge vorausgeht. Denn ein zu frühes, nicht vorstellungs- und verständnisorientiertes Automatisieren kann zwar zu kurzfristigen Lernerfolgen führen, behindert jedoch weiterführende Lernprozesse.

Die Ziele und Inhalte des neuen Lehrplanes gelten im Grundsatz für alle Kinder. Der LiLe beschreibt den Kompetenzaufbau in mehreren Kompetenzstufen. Er legt pro Zyklus Grundansprüche fest.
Hochbegabte, fremdsprachige Kinder, Kinder mit ADS/ADHS etc. benötigen in je unterschiedlichen Bereichen eine spezielle Förderung. Den besonderen Bedarf dieser Kinder festzustellen und eine entsprechende Förderung zu planen, ist die Aufgabe der Lehrpersonen. Dabei orientieren sich die Lehrpersonen an den Kompetenzstufen und Grundansprüchen des Lehrplans. Falls nötig werden zusätzliche Fachpersonen beigezogen. Die Art und Weise, wie der Bedarf festgestellt und wie die Förderplanung erstellt wird, regelt weiterhin das Schulamt.

In der Sonderpädagogik dienen die Kompetenzstufen und Grundansprüche als Referenzpunkte für die individuelle Förderung. Diese berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler.

Liechtenstein hat mit der Übernahme des Lehrplans 21 auch gewisse Rahmenbedingungen übernommen.
Diese Bestimmungen setzen die Vorgaben, innerhalb der die Kantone und Liechtenstein Anpassungen am Lehrplan 21 vornehmen können.

Mit dem Schuljahr 2019/2020 beginnt die 4-jährige Einführungsphase des neuen Liechtensteiner Lehrplans.

Für die erfolgreiche Einführung und Umsetzung des LiLe sind geeignete Lehrmittel ein zentraler Erfolgsfaktor.
Die Interkantonale Lehrmittelzentrale ilz aktualisiert ihre Lehrmittelagenda regelmässig. Den aktuellen Stand finden Sie hier: https://www.ilz.ch/cms/index.php/verzeichnisse/lehrmittelagenda
Grob kann gesagt werden, dass in den meisten Fachbereichen für den neuen Lehrplan taugliche Lehrmittel vorliegen oder in Erarbeitung sind.

Da Liechtenstein keine eigene Ausbildung für Lehrpersonen hat, findet diese in der Regel an einer Pädagogischen Hochschule der Schweiz statt. Die Pädagogischen Hochschulen haben ihr Ausbildungen an den neuen Lehrplan angepasst.

Die Weiterbildung der Lehrpersonen findet über vier Jahre statt und dies auf drei Ebenen: landesweite, obligatorische Weiterbildungen, Weiterbildung auf Schulhausebene und die individuelle Weiterbildung.

Nein. Nicht alle im neuen Lehrplan aufgeführten Kompetenzen und Kompetenzstufen müssen beurteilt werden. Wie bisher obliegt es der Professionalität der Lehrpersonen einzuschätzen, wann und mit welchen Mitteln sie Leistungen der Schülerinnen und Schüler einschätzen und beurteilen. Sie beachten dabei die in Liechtenstein geltenden Regelungen.

Der neue Lehrplan selbst macht keine Aussagen zur promotionsrelevanten Beurteilung, namentlich nicht zu Prüfungen, Zeugnissen, Notengebung und Promotionsregelungen. Hingegen eröffnen die Kompetenzformulierungen, Möglichkeiten für Entwicklungen im Bereich der formativen Beurteilung. Hierzu überarbeitet eine Arbeitsgruppe während der Einführungspahse die bestehenden Beurteilungsgrundlagen.

Der neue Lehrplan macht keine Aussagen zur Form der Leistungsbeurteilung. Eine Beurteilung mit Noten ist auch mit dem neuen Lehrplan möglich.

Zum kompetenzorientierten Unterricht gehören konstruktive Rückmeldungen an die Lernenden. Sie sind ein zentrales Merkmal der Unterrichtsqualität und befördern nachweislich das Lernen und den Kompetenzerwerb.
Im Fachbereich Sprachen verfügt man bereits über Erfahrungen, wie das Erreichen von Kompetenzen beurteilt werden kann. Es wurden auch bisher schon im Zeugnis die Kompetenzbereiche Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben einzeln beurteilt. In anderen Fachbereichen stehen Erfahrungen noch aus.

Nein. Der neue Lehrplan dient in erster Linie der Unterrichtsplanung und nicht der Leistungsmessung. Der neue Lehrplan enthält viele Kompetenzen, die man nicht mit Tests messen kann und will.

Zur Überprüfung des Lernstands der Schülerinnen und Schüler werden bereits bestehende Instrumente zur individuellen, förderorientierten Standortbestimmung wie beispielsweise „Stellwerk“ oder „Lingualevel“ an den neuen Lehrplan angepasst. Zum Teil werden neue Instrumente derzeit in der Schweiz entwickelt.
Diese individuellen, förderorientierten Instrumente werden von den Lehrpersonen eingesetzt und ermöglichen es frühzeitig festzustellen, wo eine gezielte Förderung im Hinblick auf die Ziele des Lehrplans oder auch im Hinblick auf eine angestrebte Schul- oder Berufswahl angezeigt ist.

Die zeitlichen Vorgaben im LiLe basieren auf einer Evaluation der vorgeschlagenen Stundentafel der D-EDK, der angepassten Stundentafeln verschiedener Kantone der Schweiz und der aktuell gültigen Stundentafel in Liechtenstein.

Nein, eine Stundentafel-Empfehlung liegt nicht vor. Die D-EDK Geschäftsstelle hat zur Stundentafel-Thematik einen Fachbericht erstellt, in dem die Auswertung der kantonalen Stundentafeln von 2007 für das Jahr 2012 aktualisiert wird. Der Fachbericht enthält auch eine Darstellung, wie die Annahmen zur Unterrichtszeit, die zur Ausarbeitung des Lehrplans verwendet wurden, in einer Stundentafel umgesetzt werden könnten. Dabei handelt es sich um ein Diskussionspapier, zu dem die D-EDK Plenarversammlung keinen Beschluss bzw. keine Empfehlung gefasst hat.

Die Fachbereiche des LiLe wurden aus dem Lehrplan 21 übernommen. Die Fachbereiche schliessen terminologisch und inhaltlich an den heute gültigen Lehrplan sowie an den Stand der fachdidaktischen Entwicklung an. Neben den Fachbereichen enthält der Lehrplan auch zwei Modullehrpläne sowie ein Kapitel zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung und zu den überfachlichen Kompetenzen.

Der Anteil des Sprachenunterrichts im LiLe unterscheidet sich nicht wesentlich vom Anteil im heute gültigen Lehrplan. Insbesondere wird im neuen Lehrplan auf die konsequente Förderung von Deutschkompetenzen ab dem Kindergarten Wert gelegt; ihre
Förderung stellt ein wesentliches Ziel der ersten Jahre dar und bleibt während der gesamten Dauer der Volksschule vorrangig.
Sprache ist von grundlegender Bedeutung für den Kompetenzerwerb und sämtliche Lernprozesse und damit für die aktive und umfassende Teilnahme an der Schul- und Arbeitswelt.

Am Stellenwert von Mundart und Standardsprache ändert der LiLe nichts. Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich in Mundart und Standardsprache der Situation angemessen zu verständigen. Hierfür ist es hilfreich, wenn die Kinder bereits im Kindergarten neben der Mundart auch Standardsprache hören und spielerisch anwenden. Regelungen betreffend Verwendung von Mundart und Standardsprache im Kindergarten trifft wie bis anhin das Schulamt.

Auch mit dem LiLe behalten Rechtschreibung und Grammatik ihren Stellenwert. Angaben dazu finden sich im Deutschlehrplan zum einen beim Schreiben, wo es unter „Schreibprozess: sprachformal überarbeiten“ heisst (D.4.F.1): „Die Schülerinnen und Schüler können ihren Text in Bezug auf Rechtschreibung und Grammatik überarbeiten.“ Es folgt ein entsprechender Kompetenzaufbau. Zum anderen werden im Kompetenzbereich Sprache(n) im Fokus Angaben zum Nachdenken und Wissen über Sprache insbesondere Grammatik und Rechtschreibung gemacht (D.5).

Nein, der LiLe gibt nicht vor, ob die Kinder eine teilverbundene Schrift (Deutschschweizer Basisschrift) oder eine verbundene Schrift (Schweizer Schulschrift) lernen. Das Schulamt hat jedoch beschlossen, in Zukunft die Basisschrift zu unterrichten.

Für Liechtenstein ist es von Bedeutung, dass sich alle Jugendlichen in Englisch verständigen können. Der LiLe bring hier keine Neuerungen gegeüber dem alten Lehrplan. Entgegen der meisten Schweizer Kantone beginnt die zweite Fremdsprache (Französisch) erst auf der Sekundarstufe I (CH: 5. Primarstufe).

Ja. Mathematische, informatische, naturwissenschaftliche und technische Ziele und Inhalte wurden angemessen in den LiLe eingearbeitet.
Bei der Erarbeitung des Lehrplans ging man z.B. in der Mathematik von einem gleich grossen Zeitgefäss aus wie für Deutsch (je 1833 Jahreslektionen). Naturwissenschaftliche Ziele und Inhalte sind im 1. und 2. Zyklus im Vergleich zu den bestehenden Lehrplänen verstärkt in den Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft aufgenommen worden und im 3. Zyklus mit dem Fachbereich Natur und Technik prominent vertreten. Technik ist zudem im Textilen und Technischen Gestalten aufgenommen. Informatik ist Teil des Modullehrplans Medien und Informatik.

Geschichte und Geografie sind auf der Primarstufe (1. und 2. Zyklus) im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) und auf der Sekundarstufe (3. Zyklus) im Fachbereich Räume, Zeiten, Gesellschaften (RZG) enthalten.
Diese Einteilung in Fachbereiche entspricht der Tradition, den Schultag (und damit auch den Lehrplan) nicht nach wissenschaftlichen Domänen, sondern nach lebensweltlichen Kategorien zu strukturieren. Insbesondere im 3. Zyklus haben die Rückbezüge auf die zugrundeliegenden wissenschaftlichen Disziplinen ihren unbestrittenen Stellenwert. Deshalb werden die jeweiligen Kompetenzen im RZG-Lehrplan auch mit Geografie bzw. Geschichte gekennzeichnet.

Hauswirtschaft ist im LiLe im Fachbereich Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (mit Hauswirtschaft) enthalten. Im Kompetenzbereich „Ernährung und Gesundheit“ lernen die Schülerinnen und Schüler u.a. Nahrung unter Berücksichtigung gesundheitlicher Aspekte zuzubereiten. In „Haushalten und Zusammenleben“ lernen sie Alltagsarbeiten eines Haushaltes zu planen und effizient durchzuführen. Weiter erwerben sie Wissen über Verträge und Versicherungen. Kaufentscheidungen sind u.a. Thema im Kompetenzbereich „Konsum“. In „Märkte und Handel“ lernen Jugendliche u.a. ein Budget zu erstellen.

Ja, Technik und Technikverständnis sind explizit in zwei Fachbereichen aufgenommen: Im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft bzw. im 3. Zyklus in Natur und Technik und im Fachbereich Gestalten (Textiles und Technisches Gestalten). Mit Querverweisen wird in beiden Fachbereichen auf die gemeinsame Aufgabe und enge Verbindung hingewiesen.

Der Unterricht an der Musikschule, namentlich der individuelle Instrumentalunterricht, ist nicht Gegenstand des LiLe.

Die Kompetenzstufen im Lehrplan Musik für den 1. Zyklus können auch ohne das Zusatzangebot Musikalische Grundschule erreicht werden. Mit dem Zusatzangebot erhalten die Schülerinnen und Schüler eine entsprechend bessere Unterstützung beim Kompetenzerwerb und die Bearbeitungstiefe ist grösser.
Liechtenstein hat nun die Musikalische Grundschulung weiter ausgebaut. Bisher war dies nur in Klassen der ersten und zweiten Primarstufe öglich, die entweder von einer Junglehrperson unterrichtet wurden oder welche 17 oder mehr Schülerinnen und Schüler hatten. Neu steht das Angebot allen Kindergartengruppen und allen 1. und 2. Klassen offen.

Der konfessionelle Religionsunterricht ist in der Regel Sache der Kirchen und Glaubensgemeinschaften und ist nicht Gegenstand des Lehrplans. Im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (1./2. Zyklus) und in Ethik und Religionen (3. Zyklus) wird Wissen über die verschiedenen Religionen vermittelt.

In den Fachbereichen Natur, Mensch, Gesellschaft sowie Bewegung und Sport wurden Kompetenzen aufgenommen, die das sichere Verhalten von Kindern im Verkehr zum Ziel haben. Des Weiteren setzt das Schulamt fest, wie die Umsetzung erfolgt.

Überfachliche Kompetenzen sind für einen erfolgreichen Kompetenzerwerb und die ganze Lebensbewältigung von zentraler Bedeutung. Sie werden in allen Fachbereichen ausgebildet. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit Fachinhalten bedeutet immer auch ein Lernen, das über das Fachliche hinausgeht. Umgekehrt ist jedes anspruchsvolle fachspezifische Lernen auf überfachliche Kompetenzen der Lernenden angewiesen.
Als überfachliche Kompetenzen gelten personale, soziale und methodische Kompetenzen. Dazu gehören u.a. Selbstreflexion, Konfliktfähigkeit und Sprachfähigkeit. Unter Selbstreflexion lernen die Schülerinnen und Schüler beispielsweise über sich und ihr eigenes Lernen nachzudenken. Die überfachliche Kompetenz der Sprachfähigkeit nimmt auf, dass Schülerinnen und Schüler in allen Fachbereichen ein breites Repertoire an sprachlicher Ausdrucksfähigkeit erwerben müssen, um heutigen Anforderungen gewachsen zu sein.

Für Medien und Informatik wurden Modullehrpläne erstellt. Module umfassen zeitlich und inhaltlich begrenzte Aufgaben der Schule, Zeitgefässe bereitzustellen und die Zuständigkeiten zu regeln.

Es ist die Zielsetzung des LiLe, dass Schülerinnen und Schüler an der Mediengesellschaft selbstbestimmt, kreativ und mündig teilhaben können und sich sachgerecht und sozial verantwortlich verhalten. Dazu gehört auch, dass sie wissen, welche Gefahren mit den neuen Medien verbunden sein können.

Ja. Im Modullehrplan Medien und Informatik sind Kompetenzen und Grundansprüche zur Informatik enthalten.

Ja, die formulierten Kompetenzen für Medien und Informatik sind verbindlich. Die Anwendungskompetenzen sind in die Fachbereichslehrpläne eingearbeitet und werden dort verbindlich bearbeitet.

Ja. Der neue Lehrplan enthält im Teil „Grundlagen“ ein Kapitel zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). In den Fachbereichslehrplänen wird mit Querverweisen auf die folgenden sieben fächerübergreifenden Themen unter der Leitidee Nachhaltiger Entwicklung hingewiesen:
- Politik, Demokratie und Menschenrechte
- Natürliche Umwelt und Ressourcen
- Geschlechter und Gleichstellung
- Gesundheit
- Globale Entwicklung und Frieden
- Kulturelle Identitäten und interkulturelle Verständigung
- Wirtschaft und Konsum.

Ja, der LiLe gilt auch für den Kindergarten. Der Kindergarten ist Teil der Volksschule und stellt die erste Stufe der Bildungsinstitutionen dar.

Nein, der neue Lehrplan führt nicht zu einer Verschulung des Kindergartens und es gibt auch keine entsprechenden Aussagen im LiLe dazu. Im Gegenteil: Im einleitenden Kapitel zum LiLe finden sich wichtige Aussagen zur Gestaltung des Unterrichts im 1. Zyklus, die beispielsweise auch die Bedeutung des Spiels für das Lernen hervorheben. Der neue Lehrplan basiert im 1. Zyklus auf heutigen Kindergartenlehrplänen und Lehrplänen für die Unterstufe der Primarschule. Im LiLe werden die ersten Verbindlichkeiten bewusst erst für das Ende der 2. Klasse definiert.

Der neue Lehrplan ist als Fachbereichslehrplan konzipiert. Aber der Unterricht im 1. Zyklus orientiert sich stark an der Entwicklung der Kinder und wird vor allem zu Beginn fächerübergreifend organisiert und gestaltet. Um dieser Ausrichtung Rechnung zu tragen, werden neun entwicklungsorientierte Zugänge zum LiLe aufgezeigt, die von der Entwicklung und vom Lernen des Kindes im 1. Zyklus ausgehen und diese ins Zentrum stellen.
Die entwicklungsorientierten Zugänge im LiLe:
- Körper, Gesundheit und Motorik
- Wahrnehmung
- Zeitliche Orientierung
- Räumliche Orientierung
- Zusammenhänge und Gesetzmässigkeiten
- Fantasie und Kreativität
- Lernen Reflexion
- Sprache und Kommunikation
- Eigenständigkeit und soziales Handeln

Ja. Die aus der Primarstufe übertretenden Schülerinnen und Schüler haben die Kompetenzstufe erreicht, welche als Grundanspruch des 2. Zyklus bezeichnet ist. Die Lehrpersonen der Sekundarstufe I schliessen ihren Unterricht daran an. Sie können zudem davon ausgehen, dass die Schülerinnen und Schüler bereits an den nächsten Kompetenzstufen gearbeitet haben und diese je nach ihrem individuellen Lernstand auch ganz oder teilweise beherrschen.
Lehrpersonen in Schulen bzw. Niveaugruppen mit erweiterten Anforderungen können an die Kompetenzstufen anschliessen, die als Auftrag des 2. Zyklus bezeichnet sind. Sie können jedoch nicht davon ausgehen, dass die Schülerinnen und Schüler in allen Fachbereichen alle Kompetenzstufen des 2. Zyklus vollumfänglich beherrschen.

Bis zum Ende des 3. Zyklus erreichen die Schülerinnen und Schüler den Grundanspruch des 3. Zyklus. Sie erhalten zudem die Möglichkeit, gemäss ihren individuellen Möglichkeiten an weiterführenden Kompetenzstufen, die zum Auftrag des 3. Zyklus gehören, zu arbeiten.

Bis zum Ende des 3. Zyklus erreichen die Schülerinnen und Schüler die Grundansprüche des 3. Zyklus und haben bereits vertieft an den folgenden Kompetenzstufen gearbeitet, die zum Auftrag des 3. Zyklus gehören. Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler sollten alle Kompetenzstufe erreichen, die zum Auftrag des 3. Zyklus gehören.

Ja. Jugendliche, welche nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit eine Berufslehre beginnen, erreichen in allen Fachbereichen mindestens die Kompetenzstufe, die als Grundanspruch des 3. Zyklus bezeichnet ist. Dementsprechend wird der Unterricht an den Berufsfachschulen in der Regel an diese Kompetenzstufen anschliessen. Es gibt aber auch Lehrberufe, die in verschiedenen Fachbereichen das Beherrschen von Kompetenzstufen voraussetzen, die über die Grundansprüche hinausreichen. Der Unterricht an den Berufsfachschulen setzt in diesem Fall das Beherrschen von Kompetenzstufen über den Grundansprüchen voraus

Lehrpersonen, die an Schulen mit erweiterten Anforderungen (namentlich Berufsmaturitätsschulen, Fachmittelschulen und Gymnasien) unterrichten, können an die Kompetenzstufen anschliessen, die als Auftrag des 3. Zyklus bezeichnet sind. Sie können jedoch nicht davon ausgehen, dass die Schülerinnen und Schüler in allen Fachbereichen alle Kompetenzstufen des Zyklus vollumfänglich beherrschen.
Der Lehrplan enthält keine Aussagen zu den Selektionskriterien für den Übertritt in weiterführende Schulen mit erweiterten Anforderungen. Es bleibt Sache der Kantone, das Selektionsverfahren und die Kriterien zu definieren. Selbstverständlich können die Kantone den Kompetenzaufbau mit den Kompetenzstufen nutzen, um weitere Instrumente zu entwickeln und – sofern nötig und sinnvoll – die Anforderungsniveaus für die jeweiligen Ausbildungsgänge festzulegen.

Der LiLe legt die Ziele für den Unterricht fest. Er sagt nichts darüber aus, wie die Schule organisiert wird und welche Rahmenbedingungen gelten. Insbesondere sagt der LiLe nichts zur Stundentafel, zu Unterrichtszeiten, Blockzeiten, Tagesbetreuung, Tagesschulen, Hausaufgaben, Einsatz der Lehrpersonen etc.

Die drei deutschsprachigen EDK-Regionalkonferenzen (NW EDK, EDK-Ost und BKZ) haben 2004 einen Vorschlag, einen gemeinsamen Lehrplan zu erarbeiten, zur Diskussion gestellt. Nachdem die Kantone positiv darauf reagiert hatten, konnten Ende 2006 die Arbeiten am Projekt Lehrplan 21 aufgenommen werden.
Das Projekt wurde in zwei Teile aufgeteilt: In einer ersten Phase wurden die Grundlagen des Lehrplans 21 erarbeitet, diese wurden im Frühling 2010 verabschiedet. In einer zweiten Phase wurde der Lehrplan ausgearbeitet. Am Grundlagenprojekt wie auch am Erarbeitungsprojekt beteiligten sich alle 21 deutsch- und mehrsprachigen Kantone.

Der Lehrplan 21 wurde von einer Arbeitsgruppe überarbeitet. Diese bestand zu gleichen Teilen aus Lehrerinnen und Lehrern aus der Schulpraxis aus allen Schulstufen und Fachpersonen des Schulamtes.

Ja, der Lehrplan wurde von Fachbereichteams erarbeitet. Diese bestanden je zur Hälfte aus Lehrpersonen sowie aus Fachpersonen der Fachdidaktik. An Fachhearings waren zudem weitere Lehrpersonen sowie Vertretungen des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) und des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz (VSLCH) eingeladen, zu den Entwürfen Stellung zu nehmen. In der Konsultation 2013 haben sich die Lehrpersonen über ihre Verbände zum Entwurf des Lehrplans 21 geäussert.

Die am Ende der obligatorischen Schulzeit zu erreichenden Kompetenzen müssen mit den Erwartungen der Abnehmer auf der Sekundarstufe II und damit der Berufswelt abgeglichen werden. Um dies zu erreichen, wurden Expertinnen und Experten der Sekundarstufe II auf verschiedenen Ebenen ins Lehrplanprojekt eingebunden.
Zum einen wurde ein Expertenteam Nahtstelle Sekundarstufe II eingesetzt, in dem zu jedem Fachbereich Lehrpersonen mit Erfahrungshintergrund an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen der Sekundarstufe II Einsitz nahmen. Das Expertenteam Sekundarstufe II begleitete von Anfang an die Arbeiten der Fachbereichteams, begutachtete bereits die ersten Lehrplanentwürfe und brachte an den Fachhearings die Anliegen der Abnehmerstufe ein. Zusätzlich beriet dieses Gremium die Projektleitung in Fragen der Nahtstelle zur Sekundarstufe II.
Zum anderen nahmen ausgewählte Persönlichkeiten, welche die Perspektive der allgemeinbildenden und der berufsbildenden Schulen der Sekundarstufe II, des Gewerbes und der Wirtschaft einbrachten im Fachbeirat Einsitz. Darüber hinaus werden die Organisationen der Sekundarstufe II und der Berufsbildung an der Konsultation zur Lehrplanvorlage teilnehmen.

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